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Einkommen

1.800 EUR seit 2007 — das Elterngeld, das nie mitwuchs

Die Kaufkraft des Elterngelds ist seit seiner Einführung um mehr als ein Drittel gesunken. Gleichzeitig wurden Gutverdiener durch sinkende Einkommensgrenzen schrittweise ausgeschlossen.

Die Zahlen

Anpassungen seit 2007

0%

Elterngeld-Obergrenze

Realer Wert heute

~2.450

was 1.800€ 2007 entspricht

Väter am Maximum

24%

trotz eingefrorener Grenze

Selektive Anpassungen: Wer wird geschützt — und wer nicht?

Entwicklung 2007–2025: Grundfreibetrag und Bürgergeld wurden regelmäßig erhöht. Das Elterngeld-Maximum blieb eingefroren.

Leistung 2007 2025 +/− Balken
Grundfreibetrag (ESt) 7.664 € 12.096 € +58%
Bürgergeld / Hartz IV 347 € 563 € +63%
Elterngeld-Obergrenze ← EINGEFROREN 1.800 € 1.800 € 0%

1.800 € (2007) entsprechen heute kaufkraftbereinigt ~2.450 €. Der Kaufkraftverlust seit Einführung: ~27%

Einkommensgrenzen: Schrittweise Absenkung

Die Einkommensgrenze für den Bezug von Elterngeld wurde schrittweise abgesenkt und trifft inzwischen auch gut verdienende Mittelschicht-Paare.

2007–2023
Paare: 300.000 € Alleinerziehende: 250.000 €
2024
Paare: 200.000 € Alleinerziehende: 150.000 €

Erste Absenkung traf überraschend viele Doppelverdiener

~20.000–30.000 Paare neu betroffen

2025–heute
Paare: 175.000 € Alleinerziehende: 150.000 €

Weitere Absenkung — netto je Partner entspricht ~87.500 EUR/Jahr

~zusätzliche 10.000–15.000 Paare neu betroffen

aktuell

Gender-Effekt

75% aller Väter nehmen nur die 2 Partnermonate in Anspruch — die Mindestdauer für den vollen Anspruch der Mutter. Das Einkommensgefälle zwischen Männern und Frauen macht eine längere Auszeit für Väter finanziell riskanter. Eingefrorenes Elterngeld verstärkt diesen Effekt: Wer mehr verdient (häufiger: Väter), verliert durch die Deckelung überproportional — und hat noch weniger Anreiz, länger in Elternzeit zu gehen. Gleichzeitig wünschen sich 45% der Väter und 42% der Mütter eine gleichmäßigere Aufteilung (7+7-Modell) — die Realität ist weit davon entfernt.

Väteranteil

25.8%

Ø Monate Väter

2.8

Ø Monate Mütter

11.6

Väter nur Partnerm.

75%

45% der Väter und 42% der Mütter wünschen sich eine gleichmäßige Aufteilung (7+7-Modell). Die Realität: Väter nehmen durchschnittlich 2.8 Monate — Mütter 11.6. Das eingefrorene Elterngeld verstärkt diesen Effekt.

Quellen

  • Statistisches Bundesamt (Destatis) — Elterngeld-Statistik 2024: Väteranteil, Bezugsdauer, Einkommensgruppen
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) — Elterngeld-Reformgesetz 2024; Einkommensgrenzen-Absenkung
  • Familienportal.de — Aktuelle Einkommensgrenzen und Bezugsbedingungen
  • Prognos AG — Analyse: Wirkung der Elterngeld-Kürzungen auf Mittelschicht-Familien
  • Bertelsmann Stiftung — Studie 2025: Wunsch nach gleichmäßiger Elternzeit-Aufteilung
  • Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) — Kaufkraftverlust Elterngeld 2007–2025; inflationsbereinigter Vergleich
  • Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) — Gender Pay Gap und Elternzeitverhalten