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Zwangskosten

Was der Staat kostet, obwohl es nichts kosten sollte

Personalausweis, Kita, Hauptuntersuchung, Notar: Neben Steuern fallen viele weitere Kosten an. Dieser Katalog unterscheidet gesetzlich vorgeschriebene Gebühren, örtliche Beiträge, Zuzahlungen und private Zusatzleistungen. Nicht jeder Eintrag ist rechtlich zwingend. Unsere Kritik gilt unnötigen Zugangshürden, unklaren Zuständigkeiten und Kosten, denen man kaum ausweichen kann.

Papiere & Bürokratie

Der Staat dokumentiert — du zahlst

Personalausweis

6 Jahre unter 24; 10 Jahre ab 24
27,60 € unter 24 (6 Jahre gültig) · 46 € ab 24 (10 Jahre gültig)

Die estnische ID-Karte kostet seit 2025 regulär 45 € und im Self-Service 35 €. In Deutschland kostet der Personalausweis 27,60 € unter 24 beziehungsweise 46 € ab 24. Beide Staaten verlangen damit eine Gebühr für das jeweilige Identitätsdokument. Wer die Ausweispflicht vorschreibt, sollte aus unserer Sicht auch einen kostenfreien Weg anbieten, sie zu erfüllen.

§ 1 PAuswG; Ausweispflicht kann auch mit gültigem Reisepass erfüllt werden Details →

Reisepass

6 Jahre unter 24; 10 Jahre ab 24
37,50 € unter 24 (6 Jahre gültig) · 70 € ab 24 (10 Jahre gültig); Zuschläge separat

Welche Urkunde für eine Reise nötig ist, hängt von Zielstaat und Route ab; teils genügt der Personalausweis. Ist ein Reisepass erforderlich, setzt der Staat den Grundtarif auf 37,50 € unter 24 beziehungsweise 70 € ab 24 fest. Die notwendige Grenzurkunde bleibt damit kostenpflichtig.

PassG; zusätzlich Einreisevorschriften des Zielstaats Details →

Kinderreisepass (abgeschafft)

Keine Ausstellung oder Verlängerung seit 1. Januar 2024
Seit 1.1.2024 abgeschafft · historischer Tarif: 13 €

Der Kinderreisepass ist Geschichte, die Kosten staatlicher Reisedokumente für Kinder nicht: Heute gelten die Tarife und Laufzeiten von Personalausweis oder regulärem Reisepass.

PassG; Abschaffung zum 1. Januar 2024 Details →

Geburtsurkunde

pro Ausstellung
Berlin 2026: 12 € erste Urkunde · 6 € jedes weitere gleichzeitig bestellte Exemplar

Für Auskünfte aus dem Geburtenregister fallen je nach Zweck Gebühren an. Wo der Staat den Nachweis selbst verlangt, sollte er ihn aus unserer Sicht ohne zusätzliche Urkundengebühr verfügbar machen.

PStG §55 Details →

Heiratsurkunde / Standesamt

einmalig
Berlin 2026: 45 € Anmeldung/Prüfung + 12 € Eheurkunde = 57 €; Extras separat

Wer im Inland rechtswirksam heiraten will, braucht den standesamtlichen Rechtsakt. Das Berliner Standardbeispiel aus Anmeldung, Prüfung und Eheurkunde kostet 57 €; zusätzliche Wünsche oder besondere Fallkonstellationen können weitere Gebühren auslösen.

§ 1310 BGB; örtliches Gebührenrecht Details →

Sterbeurkunde

pro Ausstellung
Berlin 2026: 12 € erste Urkunde · 6 € jedes weitere gleichzeitig bestellte Exemplar

Gerade im Trauerfall brauchen Angehörige häufig mehrere Nachweise. Der Staat führt das Register, verlangt für die Urkunden aber Gebühren – in Berlin beispielsweise 36 € für fünf gleichzeitig bestellte Exemplare.

§§ 28, 55 PStG; örtliches Gebührenrecht Details →

Führungszeugnis

bei Bedarf
13 EUR

Ein verlangter Strafregisterauszug kann den Zugang zu einer Tätigkeit von einem kostenpflichtigen Behördennachweis abhängig machen. Gebührenbefreiungen helfen, sind aber an Voraussetzungen gebunden.

BZRG §30 — oft gesetzlich vorgeschrieben Details →

Beglaubigte Kopien

bei Bedarf
Berlin 2026: 5 € je Seite für die amtliche Beglaubigung einer Kopie

Für Dokumente, die der Staat ursprünglich ausgestellt hat, verlangt er nochmals Geld, um eine Kopie davon zu bestätigen.

VwVfG §§ 33–34 – Beglaubigung von Kopien und Unterschriften; keine allgemeine Beglaubigungspflicht Details →

Meldebescheinigung

bei Bedarf
Online bundesrechtlich 0 € · Berlin 2026: persönlich/postalisch 10 €

Online ist der Nachweis gebührenfrei. Wer ihn auf Papier oder persönlich benötigt, zahlt in Berlin 10 € für eine Bestätigung bereits gespeicherter Daten. Ein kostenloser Digitalweg ist ein Fortschritt — Zugangshürden sollten dadurch nicht bloß verlagert werden.

BMG §18 — Meldepflicht Details →

Apostille / Legalisation

bei Bedarf
Berlin LABO 2026: 19 € je Apostille oder Vorbeglaubigung; Auslandsporto zusätzlich

Für den zusätzlichen Echtheitsnachweis verlangt Berlin 19 € je Apostille oder Vorbeglaubigung. Ob er überhaupt nötig ist, sollte vor dem Antrag geklärt werden.

Haager Übereinkommen 1961 Details →

An-/Ummeldung Verspaetungsgebühr

bei Verspaetung
Bußgeldrahmen: bis 1.000 €; konkrete Höhe einzelfallabhängig

Die fristgerechte Anmeldung ist gebührenfrei. Wer die Zweiwochenfrist versäumt, kann ein Bußgeld riskieren; bis zu 1.000 € sind gesetzlich möglich, die konkrete Sanktion hängt aber vom Einzelfall ab.

BMG §54 — Bußgeldbewehrt Details →

Bildung & Kinder

Bildung ist kostenlos — solange man nicht rechnet

Kita-Gebühren

monatlich, ca. 3–5 Jahre
Hamburg 2026: bewilligter Umfang bis 5 Std./Tag inklusive Mittagessen 0 €; Mehrbetreuung gestaffelt

Der Rechtsanspruch auf Förderung bedeutet keine bundesweit einheitliche Kostenfreiheit. Das Hamburger Beispiel zeigt eine kostenlose Grundbetreuung und mögliche Beiträge für zusätzliche Zeiten. Wohnort und Bedarf entscheiden damit auch über die finanzielle Belastung.

SGB VIII §24 — Rechtsanspruch auf Kita-Platz ab 1 Jahr Details →

OGS / Hort-Gebühren

monatlich, Schuljahre 1–4
Hamburg 2026: Kernzeit 8–16 Uhr 0 €; Zusatzzeiten gestaffelt; Ferienwoche 90 € (= 7,50 €/Monat)

Ein Rechtsanspruch allein sagt noch nichts über den Elternbeitrag. Kostenfreie Kernzeiten können Familien entlasten; zusätzliche Betreuung und Ferienzeiten können trotzdem Geld kosten.

Schulgesetze der Länder — Betreuungspflicht Details →

Schulbücher-Eigenanteil

jährlich pro Kind
Berlin 2026: Grundschule 0 € Leihgabe · ab Klasse 7 höchstens 100 €/Jahr; Befreiungen möglich

Schulpflicht, aber Buchpflicht auf eigene Kosten — in vielen Bundesländern zahlen Eltern jedes Jahr drauf.

Schulpflicht — Lernmittelfreiheit nur in wenigen Ländern Details →

Schulessen

monatlich
Hamburg ab 1.8.2026: höchstens 5,30 € je Essen; bei 20 Essenstagen 106 €/Monat

Schulpflicht macht Mittagessen nicht automatisch kostenlos. Wo Eltern zahlen, kann ein regelmäßiger Schultag Zusatzkosten auslösen – in Hamburg bis zu 5,30 € je Essen. Für leistungsberechtigte Kinder übernimmt Bildung und Teilhabe die Aufwendungen der gemeinschaftlichen Mittagsverpflegung vollständig; eine allgemeine bundesweite Kostenfreiheit gibt es nicht.

Schulpflicht — Kinder müssen in der Schule sein Details →

Semesterbeitrag

pro Semester
WiSe 2026/27: Köln 355,65 € · FU Berlin Neu-Immatrikulation 376,80 € · Hamburg 402 €

Auch ohne allgemeine Studiengebühren müssen Studierende regelmäßig Beiträge zahlen. Die gebündelte Finanzierung sollte nachvollziehbar bleiben — und jeder verpflichtende Bestandteil begründet werden.

Hochschulgesetze der Länder Details →

Nachhilfe als Folge schulischer Defizite

bei Bedarf
Anbieterbeispiele: ab 8,40 € je 45 Minuten Gruppenunterricht; Vertrag und Format beachten

Wenn Unterrichtsausfall, große Klassen und Leistungsunterschiede nicht aufgefangen werden, weichen viele Familien auf private Nachhilfe aus — oft zu erheblichen Zusatzkosten.

Keine allgemeine Kaufpflicht; Lernförderung ggf. über Bildung und Teilhabe Details →

Mobilität

Wer sich bewegen will, zahlt dafür

Führerschein

einmalig
ADAC-Beispiel Klasse B (Stand 8.4.2025): 2.466–4.476 €

Der ADAC rechnet für Klasse B mit 2.466 bis 4.476 €. Wie teuer es tatsächlich wird, hängt vor allem von den benötigten Fahrstunden und Wiederholungen ab. Auf dem Land kann die Fahrerlaubnis zur praktischen Voraussetzung für Teilhabe werden; die vierstelligen Kosten fallen innerhalb des staatlich geregelten Ausbildungs- und Prüfungswegs an.

StVG §2 — Fahrerlaubnispflicht Details →

Hauptuntersuchung (TÜV/HU)

Privater Pkw: erstmals nach 36 Monaten, danach grundsätzlich alle 24 Monate
TÜV NORD NRW ab 1.1.2026, Pkw bis 3,5 t: 169,90 € mit AU · 110,90 € ohne AU

Pflichtprüfung im gesetzlichen Intervall, bezahlt bei anerkannten Prüfstellen: Im NRW-Beispiel kostet die Pkw-HU 2026 169,90 € mit AU. Der Staat verlangt die Kontrolle regelmäßig – und Fahrzeughalter tragen die Rechnung.

StVZO §29 — Hauptuntersuchungspflicht Details →

KFZ-Zulassung / Ummeldung

bei Kauf / Umzug
GebOSt 2026: 30 € Standardzulassung · 12,80 € internetbasierte Zulassung; Zusätze separat

Auch online bleibt die Zulassung gebührenpflichtig: 12,80 € statt 30 € im Standardverfahren, jeweils zuzüglich möglicher Positionen. Der Staat digitalisiert den Pflichtvorgang – die Gebühr bleibt.

FZV §3 — Zulassungspflicht Details →

Anwohnerparkausweis

jährlich
Ortsbeispiele 2026: Berlin 10,20 €/Jahr rechnerisch · Hamburg 70/90 €/Jahr · Karlsruhe 360 €/Jahr

Steuerfinanzierte Straße, zusätzlicher Bewohnerparkausweis, kein garantierter Stellplatz: 2026 kostet das je nach Ortsbeispiel rechnerisch 10,20 € in Berlin, 70/90 € in Hamburg oder 360 € in Karlsruhe pro Jahr.

StVO §45 — Kommunale Parkregulierung Details →

Umweltplakette

einmalig
Berlin 2026: 5 € vor Ort · 6 € online inklusive Versand; andere Ausgabestellen können abweichen

Der vorgeschriebene Nachweis für Umweltzonen kostet in Berlin 5 € vor Ort oder 6 € einschließlich Versand. Die Plakette dokumentiert die Schadstoffgruppe; die Gebühr kommt zu den übrigen Fahrzeugkosten hinzu.

35. BImSchV — Pflicht für Umweltzonen Details →

Wunschkennzeichen

einmalig
10,20 € Wunschkombination · 12,80 € mit Reservierung

Ein Zusatzservice, den viele als selbstverständlich betrachten — aber er ist es nicht: Er kostet extra.

GebOSt, Gebührennummern 221 und 230; freiwillige Zusatzleistung Details →

Internationaler Führerschein

bei Bedarf
Berlin: 15 €; Passfoto und gegebenenfalls Führerscheinumtausch zusätzlich

Wenn der Zielstaat diesen Nachweis verlangt oder empfiehlt, kommt eine weitere Behördengebühr zu den Reisekosten hinzu. Vor dem Antrag lohnt die Prüfung: Nicht überall wird das Dokument benötigt oder anerkannt.

FeV; Anerkennung nach Zielstaat Details →

Gesundheit

Kranksein kostet — auch mit Krankenversicherung

Medikamenten-Zuzahlung

Je abgegebenem Arzneimittel
Je Arzneimittel: 10 %, mindestens 5 EUR, höchstens 10 EUR und nie mehr als der Abgabepreis

Trotz Krankenversicherungsbeiträgen können bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln weitere Zahlungen anfallen. Entscheidend sind das einzelne Mittel, mögliche Befreiungen und die persönliche Belastungsgrenze — nicht die Zahl der Rezepte.

SGB V §31 Abs. 3 — Gesetzliche Zuzahlungspflicht Details →

Krankenhaus-Zuzahlung

pro Krankenhaustag
10 EUR/Tag, max. 280 EUR/Jahr

Volljährige Versicherte können trotz laufender GKV-Beiträge bis zu 280 € Krankenhauszuzahlung im Kalenderjahr schulden. Befreiung und persönliche Belastungsgrenze sind zu berücksichtigen.

SGB V §39 — Krankenhausentgeltzuzahlung Details →

Zahnersatz-Eigenanteil

bei Bedarf
G-BA-Beispiel 2026: 0–159,36 € rechnerischer Eigenanteil bei Befund 1.1; Mehrleistungen extra

Auch mit GKV kann bei Zahnersatz ein spürbarer Eigenanteil bleiben – besonders ohne Bonus oder bei einer Versorgung über die Regelversorgung hinaus. Wie hoch er ist, zeigt erst der genehmigte Heil- und Kostenplan; die Härtefallregel kann den Eigenanteil der Regelversorgung bis auf null senken.

SGB V §55 — befundorientierte Festzuschüsse Details →

Brille / Kontaktlinsen

Bei individuellem medizinischem Bedarf, Verlust oder Defekt
Eigenanteil nach GKV-Anspruch, Gläsern und Fassung

Auch wer ohne Sehhilfe im Alltag oder Straßenverkehr nicht ausreichend sieht, hat nicht automatisch einen GKV-Anspruch. Entscheidend sind die gesetzlichen Anspruchstatbestände – nicht allein die persönliche Notwendigkeit einer Brille.

SGB V §33 — Hilfsmittelversorgung nur bei starker Sehschwaeche Details →

Heilmittel-Zuzahlung

pro Verordnung
10% + 10 EUR pro Verordnung

Medizinisch notwendig und ärztlich verordnet – dennoch zahlen Volljährige grundsätzlich 10 Prozent der Heilmittelkosten plus 10 EUR je Verordnung. Eine Verordnung kann mehrere Behandlungseinheiten enthalten; die feste 10-EUR-Komponente fällt deshalb nicht bei jeder Sitzung neu an. Minderjährige und von der Zuzahlung Befreite zahlen diesen Eigenanteil nicht.

SGB V §32 Abs. 2 Details →

Gesundheitszeugnis

Erstbelehrung vor Tätigkeitsbeginn; Arbeitgeberbelehrung nach Aufnahme und danach alle zwei Jahre
Berlin: 30 € Gruppen- oder 49 € Einzelbelehrung; Befreiungen möglich

Ohne die erforderliche IfSG-Bescheinigung darf die konkrete Lebensmittel-Tätigkeit nicht erstmals aufgenommen werden. Wer die Gebühr trägt, hängt vom Beschäftigungs- oder Praktikumsfall ab; in Berlin sind bestimmte Praktika und freiwillige Tätigkeiten gebührenfrei.

IfSG §43 — Pflicht für Lebensmittelberufe Details →

Impfausweis / Impfpass-Ersatz

bei Verlust / Erneuerung
Kurze ärztliche Bescheinigung: GOÄ-Beispiel 2,33–5,36 €; kein Gesamtpreis für Ersatz

Geht ein Nachweis verloren, kann seine Wiederbeschaffung zusätzliche Arbeit und je nach Leistung Kosten auslösen. Das Masernschutzrecht verlangt nicht in jedem Fall einen neuen Impfpass: Auch andere gesetzlich vorgesehene Nachweise kommen infrage.

Verschiedene Impfpflichten (Masern, Berufsgruppen) Details →

Wohnen & Pflichtabnahmen

Das eigene Zuhause — der Staat hat ein Wort mitzureden

Schornsteinfeger

Nach vorgeschriebenem Prüf- oder Arbeitsintervall
KÜO-Teilbeispiel: 29,49 €; mit Bescheid 46,15 €. Keine vollständige Rechnung

Hoheitliche Kontrollen sind dem Bezirk zugewiesen; für andere vorgeschriebene Arbeiten kann ein zugelassener Anbieter gewählt werden. Wo kein freier Anbieterwechsel möglich ist, müssen Umfang und Gebühren besonders nachvollziehbar sein.

SchfHwG — Kehr- und Überprüfungspflicht Details →

Grundbucheintrag

einmalig bei Kauf
200.000-€-Beispiel: 435 € für die Eigentumsumschreibung, weitere Positionen extra

Die Eigentumsumschreibung folgt einer gesetzlichen Wertgebühr, keinem festen Kaufpreis-Prozentsatz. Wer ein höher bewertetes Grundstück erwirbt, zahlt dadurch mehr — auch ohne Abrechnung nach tatsächlichen Arbeitsstunden.

GBO §13 — Eintragungspflicht für dingliche Rechte Details →

Notarkosten Immobilienkauf

einmalig bei Kauf
400.000-€-Beispiel: 1.868,30 € brutto allein für die Beurkundung; weitere Positionen extra

Beim Grundstückskauf ist die notarielle Beurkundung grundsätzlich vorgeschrieben und nach gesetzlichen Wertgebühren zu bezahlen. Dass diese Schutzfunktion wichtig ist, entbindet die Politik nicht davon, Zugang und Kosten der Pflichtleistung zu prüfen.

BGB §311b Abs. 1 — Notarieller Beurkundungszwang Details →

Müllgebühren

jährlich
Berliner Beispiel 2025/26: 236,92 EUR/Jahr für eine 240-l-Restabfalltonne bei 14-tägiger Leerung und eine Nutzungseinheit.

Für die öffentliche Entsorgungsleistung zahlen Haushalte nach örtlichem Tarif. Eine Finanzierung aus allgemeinen Einnahmen wäre ebenfalls eine politische Möglichkeit, aber nicht kostenlos: Sie würde die Last anders verteilen. Entscheidend sind nachvollziehbare Kosten und effiziente Leistungen.

KrWG §20 — Entsorgungspflicht der Kommunen Details →

Abwassergebühren

jährlich
Berliner Beispiel: 396,40 EUR/Jahr vor Grundpreis bei 100 m³ Schmutzwasser und 100 m² entwässerter Fläche.

Wo Anschluss- und Benutzungszwang gilt, können Haushalte dem örtlichen Entgelt nicht durch einen Anbieterwechsel ausweichen. Gerade deshalb braucht es transparente Tarife und wirksame Kostenkontrolle; die Entgelte sind nicht frei von rechtlichen Vorgaben.

WHG §54 — Anschlusszwang an öffentliche Kanalisation Details →

Straßenreinigungsgebühren

jährlich
Berlin 2025/26: Klasse 1a 1,752 € und Klasse 4 0,1752 € je m² und Jahr

Steuern bezahlt, Gebühren bezahlt — die Straße wird trotzdem extra in Rechnung gestellt.

Straßenreinigungsgesetze der Länder Details →

Energieausweis

In der Regel 10 Jahre gültig; Vorlage bei gesetzlichem Anlass
Anbieterbeispiel 19.9.2026: online 69 € Verbrauchs- oder 119 € Bedarfsausweis

Ein gesetzlich verlangter Nachweis wird von privaten Ausstellern angeboten. Eigentümer zahlen je nach Ausweistyp und Gebäude unterschiedlich viel. Die Pflicht sollte sich an verständlicher, für Käufer und Mieter tatsächlich nutzbarer Information messen lassen.

GModG §§ 79, 80 (bis 28.07.2026: GEG) — Energieausweis in den gesetzlich erfassten Fällen Details →

Rauchmelder-Pflicht

einmalig + jährliche Wartung
Herstellerbeispiel 2026: drei Geräte 127,98 € brutto, ohne Versand, Einbau und Wartung

Anschaffung, Gerätemiete und Wartung sind getrennte Kosten. Gerätemietkosten sind nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs keine umlagefähigen Betriebskosten; regelmäßige Funktionsprüfungen können es bei wirksamer Vereinbarung sein. Die Hekatron-Herstellerpreisliste 2026 nennt für einen Genius Plus 35,85 Euro netto ab Werk. Für drei Geräte sind das 107,55 Euro netto beziehungsweise rechnerisch 127,98 Euro inklusive 19 Prozent Umsatzsteuer; Versand, Einbau und Wartung sind nicht enthalten.

Landesbauordnungen aller 16 Bundesländer Details →

Beruf & Gewerbe

Wer selbständig ist, zahlt zusätzliche Zwangsabgaben

IHK-Pflichtmitgliedschaft

jährlich
IHK Berlin 2026: 246,32 €/Jahr im 100.000-€-Beispiel

Ein konkretes Beispiel zeigt die Größenordnung: Bei der IHK Berlin zahlt eine nicht im Handelsregister eingetragene natürliche Person mit 100.000 Euro Gewerbeertrag im Jahr 2026 insgesamt 246,32 Euro. Das sind 102,40 Euro Grundbeitrag plus 0,17 Prozent Umlage auf 100.000 Euro minus 15.340 Euro Freibetrag. Das ist ein Berliner Unternehmensfall, keine bundesweite Preisliste. Die IHK ist eine öffentlich-rechtliche Körperschaft, kein freiwilliger Verein. Gerade deshalb sollten Aufgaben und Beiträge eng am gesetzlichen Auftrag überprüft werden.

IHKG §2 — Pflichtmitgliedschaft aller Gewerbetreibenden Details →

Handwerkskammer-Pflichtbeitrag

jährlich
HWK Berlin 2026: 135 oder 250 € Grundbeitrag für natürliche Personen; ggf. Zusatzbeitrag

Die Höhe hängt von Kammer, Rechtsform und Bemessungsgrundlage ab. Bei der Handwerkskammer Berlin beträgt der Grundbeitrag 2026 für natürliche Personen und Personengesellschaften bis 13.000 Euro Bemessungsgrundlage 135 Euro, darüber 250 Euro. Für bestimmte Gruppen kommt eine Zusatzumlage von 8,7 Promille auf den Betrag oberhalb von 5.112,92 Euro hinzu; maßgeblich sind 2026 grundsätzlich die Daten des Jahres 2023.

HwO §90 — Pflichtmitgliedschaft im Handwerk Details →

Berufsgenossenschaft (BG-Beitrag)

jährlich
BGW-Beispiel Friseur: 218,96 €/Jahr bei 29.000 € Versicherungssumme

Wo die Unternehmer-Pflichtversicherung greift, ist der eigene Austritt keine frei wählbare Alternative. Ob der Beitrag angemessen ist, muss am konkreten Risiko, Leistungsumfang und Tarif des zuständigen Trägers geprüft werden.

SGB VII §150 — Beitragspflicht Details →

Gewerbeanmeldung

einmalig bei Gründung
Berlin: 15 € online · Einzelgewerbe vor Ort 26 €

Die Gewerbeanzeige ist gesetzlich vorgeschrieben und lokal bepreist. Berlin verlangt 15 Euro online, 26 Euro bei persönlicher Anmeldung eines Einzelgewerbes und 31 Euro für eine juristische Person mit einem gesetzlichen Vertreter. Damit kostet bereits die vorgeschriebene Anzeige; Rechtsform, Einreichungsweg und Zahl der Vertreter können den Betrag weiter verändern.

GewO §14 — Anzeigepflicht Details →

Meisterzwang — Prüfungskosten

einmalig
HWK Berlin 2026: 925 € Prüfungsgebühren; Vorbereitung und Auslagen gesondert

Der Zugang zur Selbständigkeit bleibt in 53 Handwerken an besondere Voraussetzungen gebunden. Alternative Zugangswege mildern die Hürde, beseitigen sie aber nicht. Ausbildungsqualität muss gesichert werden — aus unserer Sicht mit möglichst wenig unnötigen Hindernissen für neue Betriebe.

HwO §1 — Meisterpflicht für zulassungspflichtige Handwerke Details →

Sonstiges

Weitere Pflichtkosten, die kaum einer benennt

Kontogebühren

monatlich
ING-Beispiel seit Juni 2026: 0 € bei erfüllten Bedingungen, sonst 4,90 €/Monat

Ein Konto ist oft praktisch unverzichtbar, aber nicht jedes Konto muss kostenpflichtig sein. Bedingungen für Gebührenfreiheit und der Basiskontoanspruch sollten verständlich sein, damit gerade Menschen mit wenig Geld nicht unnötig zahlen.

ZKG: Basiskontoanspruch, keine allgemeine Kontopflicht Details →

SCHUFA-Auskunft

bei Bedarf
DSGVO-Datenauskunft: 0 € · optionaler BonitätsCheck: 29,95 € einmalig

Kostenlose Datenauskunft und kostenpflichtiger Nachweis für Dritte sind verschiedene Produkte. Niemand muss für das grundsätzliche Recht zahlen, seine eigenen gespeicherten Daten einzusehen. Praktischer Druck auf Wohnungssuchende bleibt trotzdem ein kritischer Punkt.

Art. 12 und 15 DSGVO; keine allgemeine Kaufpflicht Details →

Steuererklärung: Software / Steuerberater

jährlich
0 Euro mit ELSTER; optionale Software nach Tarif; Steuerberatung nach StBVV und Fall

Wer einen Pflichtfall erfüllt, muss die Erklärung auch dann abgeben, wenn Finanzbehörden bereits einzelne Lohndaten, Versicherungsbeiträge oder Rentenbezugsmitteilungen erhalten haben. Kostenlose ELSTER-Funktionen reduzieren Eingabeaufwand, erfassen aber nicht automatisch jeden steuerlich relevanten Sachverhalt. So bleibt der Steuerpflichtige für Prüfung und Ergänzung verantwortlich und trägt bei komplexen Fällen den zusätzlichen Zeit- oder Beratungskostenaufwand selbst.

§§ 25 und 46 EStG; Hilfe und kommerzielle Software optional Details →

Wer eine Pflicht vorgibt, muss ihre Kosten begründen

Eine Gebühr ist nicht automatisch ungerechtfertigt. Sie kann eine konkrete Leistung finanzieren. Kritisch wird es, wenn Bürger den Anbieter nicht wechseln können, ein einfacher Nachweis mehrfach bezahlt werden muss oder der Zugang zu Arbeit und Selbständigkeit unnötig teuer wird.

Die Beispiele sind deshalb örtlich und zeitlich eingeordnet. Ein Berliner Tarif ist kein deutscher Durchschnitt; ein freiwilliges Wunschkennzeichen ist keine gesetzliche Pflicht. Eine kostenlose Leistung würde ihre Kosten zudem nicht verschwinden lassen, sondern über andere Einnahmen finanzieren.

Unser Anspruch: weniger unnötige Verfahren, ein kostenfreier Zugang zu grundlegenden staatlich verlangten Nachweisen und Wettbewerb dort, wo er möglich ist. Wer Pflichtleistungen finanziert, sollte ihren Preis und ihre Begründung prüfen können.

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