Steuer- und Abgabengeschichte
~0,4 Mrd. €/JahrOffshore-Netzumlage
„Offshore-Umlage"
Eingeführt
Die Offshore-Netzumlage wurde 2013 eingeführt, nachdem die Anbindung von Nordsee-Windparks ans Festland teurer und verzögerter war als geplant. Netzbetreiber hatten Schadensersatz an Windparkbetreiber zahlen müssen, weil ihre Kabel nicht rechtzeitig fertig waren. Diese Kosten wurden per Gesetz auf alle Stromverbraucher umgelegt.
Versprochen
Sozialisierung der Netzanbindungskosten für Offshore-Windenergie zur Energiewendefinanzierung
Bis zur Vollfinanzierung der Nordsee-Netzinfrastruktur, voraussichtlich bis 2030+
Realität
Die Offshore-Netzumlage verlagert Kosten für Netzanbindung, Entschädigungen und Ausbau der Offshore-Infrastruktur direkt in den Strompreis. 2026 liegt sie laut netztransparenz.de bei 0,941 ct/kWh und damit deutlich höher als noch wenige Jahre zuvor. Bezahlt wird sie von Stromkunden, während große Verbrauchsgruppen teils privilegiert bleiben.
Schädliche Effekte
Netz- und Entschädigungskosten werden kollektiviert
Kosten, die aus Offshore-Anbindung und Systemverantwortung entstehen, werden nicht punktgenau bei einzelnen Projekten oder Auftraggebern belassen, sondern über die Umlage auf viele Stromkunden verteilt. Damit wird aus einer speziellen Infrastrukturfrage ein allgemeiner Rechnungsaufschlag für Verbraucher.
EnWG § 17f; netztransparenz.de: Offshore-Netzumlage 2026
Ausnahmen verschieben die Last auf Haushalte und kleine Betriebe
Wie bei der KWKG-Umlage sind stromintensive Industriebetriebe von der Offshore-Netzumlage befreit oder zahlen reduzierte Sätze. Die Finanzierung der Nordsee-Windpark-Infrastruktur liegt damit überproportional bei Haushaltskunden und kleineren Unternehmen. Auch hier gilt: Wer keine Sonderregeln hat, trägt den Preisaufschlag sichtbar auf der Rechnung.
EnFG / Besondere Ausgleichsregelungen; netztransparenz.de
Fazit
Die Offshore-Netzumlage macht aus Netzausbau- und Systemkosten einen verpflichtenden Aufschlag auf jede Stromrechnung. So werden große energiepolitische Infrastrukturentscheidungen kollektiviert, ohne dass Haushalte ihnen ausweichen können.
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