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Steuer- und Abgabengeschichte

~0,7 Mrd. €/Jahr

Biersteuer

Eingeführt: 1500 Gesetz: Biersteuergesetz (BierStG) Heute: 0,787 EUR je hl und Grad Plato; kleine unabhängige Brauereien erhalten Ermäßigungen

Eingeführt

Die Biersteuer zählt zu den ältesten deutschen Steuern und lässt sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Städte und Territorien erhoben sie bereits ab dem 15. Jahrhundert. Im Deutschen Reich wurde sie als Ländersteuer kodifiziert und blieb es bis heute – eine der wenigen Verbrauchsteuern, die nicht beim Bund liegt.

Versprochen

Aufkommensquelle für Länder; historisch auch Mittel zur Qualitätssicherung des Bieres

Dauerhaft als Ländersteuer

Realität

Bier bleibt bis heute eigens besteuert, obwohl die heutige Getränkewelt mit der alten Logik wenig zu tun hat. Besonders auffällig ist die Inkonsistenz: Auf Bier fällt eine Biersteuer an, auf Wein nicht. Damit belastet der Staat nicht Alkohol allgemein, sondern behandelt einzelne Produktgruppen historisch unterschiedlich.

Schädliche Effekte

Ungleichbehandlung innerhalb alkoholischer Getränke

Wer Alkohol konsistent belasten will, müsste gleichartige Produkte nach nachvollziehbaren Kriterien erfassen. Die Biersteuer macht aber gerade das Gegenteil sichtbar: Bier wird eigens besteuert, Wein nicht. Dadurch wird nicht Alkohol als solcher geordnet, sondern eine einzelne Kategorie historisch belastet.

Biersteuergesetz (BierStG); Zoll: Biersteuer und Weinsteuer

Bürokratische Last gerade für kleinere Brauereien

Die Biersteuer verlangt eigene Regelungen zu Stammwürze, Steuerlagern, Anmeldungen und Entlastungen. Gerade für kleinere Brauereien und handwerkliche Anbieter bedeutet das mehr Verwaltungsaufwand je Liter als für große Produzenten. Eine kleine Steuerquelle bekommt so ein unverhältnismäßig komplexes Regime.

BierStG; Zoll: Hinweise für Brauereien

Fazit

Die Biersteuer ist kein konsistentes Gesundheits- oder Ordnungssystem, sondern eine traditionsgeschützte Sonderabgabe auf ein bestimmtes Getränk. Gerade weil Wein weitgehend ausgenommen bleibt, wirkt sie heute eher willkürlich als prinzipienfest.

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