Steuer- und Abgabengeschichte
Bei 3.500 kWh: höchstens 46,20 / 55,65 / 69,65 / 83,65 € pro Jahr vor Umsatzsteuer – je nach GemeindegrößeKonzessionsabgabe (Strom)
„Konzessionsabgabe"
Ursprung und Entwicklung
Die heutige Konzessionsabgabenverordnung stammt vom 9. Januar 1992 und begrenzt, welche Entgelte Gemeinden für die Nutzung öffentlicher Wege vereinbaren dürfen. Konzessionsabgaben und ältere preisrechtliche Regeln bestanden bereits zuvor; 1992 ist das Jahr der geltenden Verordnung, nicht der Ursprung des Entgeltprinzips. Kommunen vereinbaren Konzessionsabgaben mit Versorgern oder Netzbetreibern als Entgelt für die Nutzung öffentlicher Verkehrswege. Die KAV verlangt ihren Ausweis in Netzentgelten und allgemeinen Tarifen; wie sie im konkreten Endkundenpreis erscheint, hängt von Vertrag und Abrechnung ab.
Begründung und Geltung
Faire Gegenleistung der Energieversorger für die Nutzung öffentlicher Infrastruktur
Dauerhaft, solange Energieversorgungsnetze öffentliche Wege nutzen
Realität
Die Konzessionsabgabe wird über den Strompreis an Endkunden weitergereicht, obwohl der einzelne Haushalt weder den Netzbetreiber noch die Nutzung öffentlicher Wege frei wählen kann. Ihre Höhe hängt von Gemeindegröße und Kundengruppe ab. Damit entsteht ein kommunaler Preisaufschlag, der nicht als offen beschlossene Steuer erscheint, sondern als kaum vermeidbarer Bestandteil der Stromrechnung.
Belastungen und Kritik
Wohnort und Gemeindegröße bestimmen die Belastung
Die Höhe der Konzessionsabgabe richtet sich nach der Kommune und der Einordnung des Kunden. Damit zahlen Bürger nicht nach einem einheitlichen Energiemarktprinzip, sondern nach lokaler Struktur und Satzlogik. Für Haushalte wirkt das wie eine Postleitzahl-Abgabe im Strompreis.
Quellen und Rechtsgrundlagen ↓Sondervertragskunden werden deutlich günstiger behandelt
Für echte Sondervertragskunden im Sinn der KAV gilt bei Strom ein Höchstsatz von 0,11 Cent je Kilowattstunde; zusätzlich kann der Grenzpreisvergleich eine Konzessionsabgabe ausschließen. Ein frei gewählter Haushaltsstromvertrag ist dadurch nicht automatisch ein Sondervertrag: Lieferungen aus dem Niederspannungsnetz gelten konzessionsabgabenrechtlich grundsätzlich als Tarifkundenlieferungen, solange nicht in mindestens zwei Monaten mehr als 30 Kilowatt gemessene Leistung und im Jahr mehr als 30.000 Kilowattstunden Verbrauch zusammenkommen. Dieselben öffentlichen Wege und Netze stehen also sehr unterschiedlich bepreist auf der Rechnung. Auch hier wird die Last zulasten der weniger privilegierten Kundengruppe verteilt.
Quellen und Rechtsgrundlagen ↓Unsere Bewertung
Die Konzessionsabgabe ist ein nicht abwählbarer kommunaler Aufschlag im Strompreis. Sie belastet Bürger über die Rechnung, obwohl sie weder auf den lokalen Netzmonopolisten noch auf die kommunale Einnahmenverwendung direkten Einfluss haben.
Quellen und Rechtsgrundlagen
Anzeige · Partnerangebot
Stromtarife vergleichen
Wenn Sie diesen Link öffnen und sich dort entscheiden, kann Steuerweltmeister eine Provision erhalten.
Eigenes Beispiel berechnen
Annahmen prüfen, Werte eingeben und die Belastung aufschlüsseln.
Weiterklicken
Weitere Einträge und Rechner
Ähnliche Einträge sowie passende Rechner und Pflichtkosten im Überblick.
Steuern und Abgaben
Gewerbesteuer
Die Gewerbesteuer trifft Unternehmen nicht einfach nach ihrer Leistungsfähigkeit, sondern nach Gemeindehebesatz, Finanzierungsart und rechtlicher Einordnung. Sie ist damit eine strukturell verzerrende Unternehmensabgabe, nicht bloß eine kommunale Einnahmequelle.
Weiter →
Steuern und Abgaben
Grundsteuer
Die Grundsteuer ist eine laufende Abgabe auf Wohnen und Halten von Immobilien. Sie verteuert Eigentum dauerhaft und kann zugleich über die Nebenkosten auf Mieter durchgereicht werden — also auf Menschen, die über Hebesatz und Grundstück gar nicht verfügen.
Weiter →
Steuern und Abgaben
Hundesteuer
Die Hundesteuer ist eine kommunale Besitzabgabe auf eine legale und alltägliche Form der Tierhaltung. Sie verlangt Geld, ohne eine konkrete Gegenleistung zuzusagen, und macht dieselbe Haltung je nach Postleitzahl unterschiedlich teuer.
Weiter →
Konsum
Steuern im Alltag direkt nachrechnen
Die Rechner-Übersicht zeigt, wie sich viele dieser Abgaben konkret in Preisen niederschlagen.
Weiter →
Zwangskosten
Pflichtkosten neben der Steuer- und Abgabenchronik
Weitere staatlich erzwungene Belastungen, die nicht als klassische Steuer auftauchen.
Weiter →