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Steuer- und Abgabengeschichte

Rennwett- und Lotteriesteuer

„Lotteriesteuer"

Eingeführt: 1922 Gesetz: Rennwett- und Lotteriegesetz (RennwLottG) Heute: Renn- und Sportwetten regelmäßig 5,3 %; Lotterien 20 % der Bemessungsgrundlage

Eingeführt

Die Rennwett- und Lotteriesteuer wurde in der Weimarer Republik geschaffen, um Wetten und Lotterien fiskalisch zu erfassen. Der Staat wollte an Einsätzen und veranstaltetem Glücksspiel partizipieren, ohne diese Märkte vollständig freizugeben. Daraus entstand eine Kombination aus Regulierung und fiskalischem Abschlag auf legale Angebote.

Versprochen

Beteiligung des Staates am legalen Wett- und Lotteriegeschäft bei geordneter Marktaufsicht

Dauerhaft als Sondersteuer auf legale Wetten und Lotterien

Realität

Die Steuer trifft legale Anbieter und ihre Kunden direkt über Einsätze, Quoten oder Auszahlungsstrukturen. Gerade weil das Angebot gleichzeitig stark reguliert ist, wirkt die Steuer wie ein zusätzlicher Keil in einem ohnehin künstlich verengten Markt. Anstelle eines einfachen Ordnungsrahmens entsteht ein System, in dem legale Angebote zugleich politisch kanalisiert und fiskalisch abgeschöpft werden.

Schädliche Effekte

Legale Angebote verlieren an Attraktivität

Wenn auf Einsätze oder veranstaltete Spiele zusätzliche Steuer anfällt, sinken regelmäßig Quoten, Gewinnsummen oder verbleibende Margen legaler Anbieter. Das schwächt ausgerechnet den regulierten Markt, auf den der Staat aus Ordnungsgründen eigentlich lenken will.

RennwLottG; BMF: Steuern von A bis Z

Regulierung und Abschöpfung laufen in dieselbe Richtung

Der Markt wird nicht nur kontrolliert, sondern zugleich fiskalisch belastet. Dadurch entsteht ein System, in dem legale Teilnahme teurer oder unattraktiver wird, obwohl sie aus Sicht des Staates kontrollierbarer sein soll als informelle oder ausländische Alternativen.

RennwLottG; Gemeinsame Glücksspielaufsicht der Länder

Fazit

Die Rennwett- und Lotteriesteuer belastet legale Wetten und Lotterien direkt im Einsatz oder indirekt über schlechtere Quoten. Sie funktioniert als fiskalischer Abschlag auf ein ohnehin stark reguliertes Angebot. Du finanzierst damit staatliche Einnahmen dort mit, wo der legale Markt eigentlich attraktiv genug bleiben müsste, um illegale Angebote zu verdrängen.

verbrauchsteuer bund lotterie

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